Schwaben - Krimi

Die Story

Der Kriminalroman spielt im historischen Tübingen und setzt zunächst die (fiktive) Ermordung eines Verlegers und eines Druckers im Jahr 1807 in Szene. Zwei Mordtaten, die der Initiator ebenfalls mit dem Leben bezahlt.

Und eben diesen dritten Mord beobachtet Hölderlin – als "geistesgestört" aus der Klinik entlassen und in einem Turmzimmer einquartiert – vom Fenster aus. Und er glaubt, in dem Toten den Gatten seiner hoffnungslosen und inzwischen verstorbenen Liebe Susette Gontard zu erkennen.

Offenbar hat Gontard fünf Jahre nach dem Tod seiner Frau eine Reise nach Tübingen unternommen, um aus langjähriger Eifersucht heraus weitere Veröffentlichungen Hölderlins mit geradezu mörderischen Mitteln zu vereiteln. Zumal Gontard glaubt, dass Hölderlin und seine Liebesaffäre Susettes Tod zu verantworten haben. Die Reise nach Tübingen jedenfalls sollte Gontard nicht gut bekommen. Wie ein herbeigerufener Studienfreund Hölderlins herausbringt. Während die offiziellen Ermittler weitestgehend im Dunklen tappen und scheints von der Devise ausgehen, dass sich die Stadt mit der Zeit schon wieder beruhigen werde, so nur genug Wasser den Neckar hinabgeflossen sei.

Hölderlins Freund hingegen fragt sich, welche unselige Rolle Hölderlin selbst in diesem Drama gespielt haben mag ...

Hintergrund

Friedrich Hölderlin verbrachte die letzten 36 Jahre seines Lebens in einem kleinen Tübinger Turmzimmer unmittelbar überm Neckar und lebte offenbar zwischen Phasen der Geistesgegenwart und der Geistesgestörtheit, bevor er 1843 im Alter von 73 Jahren starb. In dieser Turmkammer brachte er unzählige Verse aufs Papier, improvisierte auf der Flöte und dem Klavier oder beschäftigte sich lieber mit lautmalerischem Gesang, als großartig zu parlieren. Allzu aufdringliche Besucher, die offenbar in erster Linie sehen wollten, wie ein "wahnsinniger Dichter" sein Leben fristet, hielt er sich dadurch vom Leib, dass er entsprechende Anfälle von geistiger Verwirrung schauspielerisch gekonnt inszenierte.

Unzweifelhaft jedoch ist, dass Hölderlin sich in der Enge des Turms zwischen extremen Widersprüchen um die eigene Achse drehte. Zwischen Weltschmerz und Hoffnung, zwischen den Fesseln der Weltwirklichkeit und der Freiheit der Flügel, die ihm seine poetischen Ausflüge verliehen. Immer wieder beschwor er in seinen Texten seine lebenslang währende Liebe zu Susette, der Ehefrau des Frankfurter Bankiers Gontard, bei dem Hölderlin zweieinhalb Jahre lang als Hofmeister angestellt war. Eine Liebe, die von Susette durchaus erwidert wurde, aus gesellschaftlichen Gründen aber nicht die geringste Chance zur Erfüllung hatte. Hölderlin musste die Hofmeisterstelle quittieren, trat eine Odyssee durch Mitteleuropa an und schließlich wurde ihm schwere, unheilbare "Hypochondrie" attestiert. Bevor Tischlermeister Zimmer ihn 1807 in seinen Turm aufnahm, wo der Kriminalroman einsetzt. Trotz der Störungen seiner geistigen Präsenz und trotz der jahrzehntelang mit sich herumgetragenen unerfüllten Liebe sind in diesem Turmzimmer viele seiner schönsten Gedichte entstanden – und eine Reihe von merkwürdig inhaltsleeren Briefen an seine Mutter, die von einer ungheuren Sprachlosigkeit zeugen. Zumindest ihr gegenüber …

Erschienen im Oktober-Verlag:

Hölderlins Filmriss im Oktober-Verlag

 

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