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Wir befinden uns in 1934 bis Ende 1935 in Hindås in Südschweden. In jenem Exil, in das sich Kurt Tucholsky, vor den Nazis fliehend, zurückgezogen hatte. Bis heute ist nicht ganz klar, was es mit dieser Kanüleneinstichstelle in dem Oberarm seiner Leiche auf sich hat. Sie findet zwar Erwähnung in dem Obduktionsprotokoll, ihre Herkunft aber wurde nie ermittelt.

Und genau darum drht sich dieser Roman.

"Dr. Tucholsky empfängt heute keinen Besuch."

"Mich schon", versetzte Wilfried Braußmann zackig. Und blickte der weißen Fahne nach, die er in die kristallene Luft dieses kalten Oktobermorgens prustete...

Komischer Besuch hin, komischer Besuch her. Eins von Tucholsky's größten Vergnügen, die ihm in seinem Exil geblieben waren, waren kurze Ausflüge ins nahegelegene Göteborg.

"Eenfach jroßartig! Die Rauchrollen werden ooch in Jöteborg wunderbar schief gewickelt. Herrliche Tabakstumpen, verdammt nich von schlechten Eltern!" ...

Braußmann hackte Holz. Hatte, so jung und unbedarf er war, längst begriffen, daß der Winter noch längst nicht besiegt war. Daß er sich noch aufbäumen würde, noch wer weiß wie oft. Den Ofen, so viel war sicher, konnte man noch lange nicht in den Sommerschlaf entlassen. Mochte der Wind, der jetzt deutlich angezogem hatte, noch so warm, noch so heftig sein und dem April derbe einheizen, auf dass dieser seinem Namen alle Ehre mache...

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